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2016-01-15

Drei (+1) Fragen an Jochen Fritz, Kampagnenleiter von "Wir haben es satt"

Drei (+1) Fragen an Jochen Fritz, Kampagnenleiter von "Wir haben es satt"
Jochen Fritz organisiert die Demonstration »Wir haben es satt!«
Er ist gelernter Landwirt und hat Agraringenieurswesen studiert. Sechs Jahre lang war er als Berater für ökologischen Landbau tätig. Auf Twitter ist die Iniative als @WirHabenEsSatt2 aktiv.

1. Sie werden am 16. Januar in Berlin zum Auftakt der IGW unter dem Motto „Wir haben es satt" demonstrieren. Was treibt Sie ausgerechnet auf die Straße, was man nicht auch im Dialog über Medien oder mit der Politik sagen könnte?

Es geht hier um eine gesellschaftliche Auseinandersetzung wie in Zukunft unser Landwirtschafts- und Ernährungs-system gestalten wird. Wir streiten für eine ökologischere und bäuerliche Ausrichtung. Wir wollen Bauernhöfe erhalten und nicht eine weitere Konzentration in der Produktion zulassen. Es braucht politische Lösungen für den Markt, dass Bauern nicht mehr für 1,25 EUR das Kilogramm Schwein und 22 Cent den Liter Milch produzieren müssen. Landwirtschaft muss eine Lösung für das Hunger- und Klimaproblem und den Rückgang der Artenvielfalt werden. Dafür braucht es eine gesellschaftlichen Diskussion dazu gehören Demonstrationen.

2. Im jeweils anderen Demonstrationszug laufen ja auch Landwirte mit. Was trennt Sie - und möglicherweise - was verbindet Sie?

Die Sorge um die Preissituationen eint uns, der Weg aus der Krise trennt uns. Wir wollen, dass der Staat Möglichkeiten zulässt, dass die Bauern ihre Menge steuern können und sie dabei unterstützt. Die Gegenseite setzt auf den Markt und forciert damit den Strukturbruch. Wir suchen den Schulterschluss mit der Gesellschaft und diskutieren ergebnisoffen über die Zukunft der Landwirtschaft.

3. Wie sieht Ihre Zukunfts-Vision der Landwirtschaft in Deutschland aus?

Es werden viele bäuerliche Betriebe erhalten. Es gibt ein breite Vielfalt an Betrieben, die ökologischere Produkte produzieren, die sehr wenige externe Kosten produzieren. Bauern und Verbraucher sind in engeren Beziehungen. Zukunftslandwirtschaft ist ohne Gentechnik, und mit artgerechter Tierhaltung. Regionalität hat erste Priorität.

4. Könnten Sie sich auch vorstellen einmal gemeinsam auf die Straße zu gehen?

Die Ziele von "Wir machen Euch satt", Bauern nicht zu Diffamierung, unterstützen wir auch. Das war und ist nie unser Ansinnen gewesen. Ich denke, in der Frage wie Landwirtschaft in Zukunft aussieht, da sind wir sehr weit auseinander. Deswegen würde ich sagen: zwei Demos, zwei Richtungen und das ist auch gut so für die Diskussion.