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2016-03-07

Food Culture Net mit Footage im ZDF heutejournal

Food Culture Net mit Footage im ZDF heutejournal
"Its the content, stupid". Dieser Satz war jahrelang das Credo Werbeschaffender und Public Relations-Agenturen weltweit. Wobei man sich im Geheimen immer schon gefragt hat - als altgedienter Journalist - ob es jemals um etwas anderes ging als um einen guten und gut aufbereiteten Inhalt? Aber "Content" klingt natürlich besser als das altbackene und zudem deutsche Wort "Inhalt", und vielleicht musste man dem einen oder anderen Werbetreibenden in den letzten Jahren ja tatsächlich sagen - ja, es gibt mehr als nur schöne, bunte und oft sinnfreie Bilder. 

Seis drum - Content war gestern, Bewegtbild ist das neue Schwarz. Egal ob auf Youtube, Facebook, egal ob über Periscope oder Meerkat - alle singen nun das Hohelied des Bewegtbildes. Schauen wir also nach, ob der Bewegtbildhype etwas anderes ist als ein neues Schwein, das durchs Dorf getrieben wird. 

Die Antwort lautet - ja. Und hier kommt die Begründung. 
Bewegtbild ist keine neue PR-Mode, sondern zunächst eine Form, wie wir tatsächlich auch im realen Leben die Welt um uns herum wahrnehmen. Insofern lohnt ein Blick darauf, was denn ein Video, ein Film, was bewegte Bilder mit uns machen. Im Unterschied zu einem Text oder einem Foto zum Beispiel. 
Bewegtbild ist also zum einen lebensnaher, zum anderen aber auch flüchtiger, als ein Foto. Was bewirkt das nun in uns? 

Bevor wir das beantworten, vielleicht erst ein Blick auf die akuelle Daten & Faktenlage: Videos werden immer beliebter, und selbstverständlich hat das Internet einen großen Anteil daran. Während von zehn Jahren Filme & Videomachen viel Geld, Zeit und Wissen kosteten, kann heute jeder, der schlau genug ist, die Aus/Ein-Taste auf seinem Handy zu drücken bewegte Bilder produzieren. Das ist zwar noch lange kein Film und noch nicht mal ein Video, es erfüllt aber die erste Voraussetzung eines guten Bewegtbildes: Es zappelt. 

Videos sind die Zukunft von Social Media, und der Hohepriester dieser Entwicklung ist Snapchat. Damit löst Snapchat Facebook ab. Snapchat hat - nach eigenen Angaben - täglich rund 6 Milliarden Videoabrufe zu verzeichen. Zwar führt Facebook noch mit acht Milliarden täglichen Video-Views, setzt man die Nutzerzahlen jedoch ins Verhältnis zu den Videoabrufen, hat Snapchat (100 Millionen täglich aktive Nutzer) Facebook (eine Milliarde täglich aktive Nutzer) bereits überholt. Aber auch der Klassiker, Youtube, vermeldet steigende Zahlen: Die Anzahl der Stunden, die Nutzer damit verbringen, sich auf YouTube Videos anzusehen ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 60 % gestiegen. Das ist das stärkste Wachstum seit zwei Jahren. Die tägliche Anzahl an YouTube-Nutzern ist seit März 2014 um 40 % gestiegen.

2015 hat die Landesanstalt für Kommunikation in Bayern den Web-TV-Monitor herausgebracht: Für das Jahr 2016 wird eine Steigerung der Videonutzung um sagenhafte 80 Prpzent vorhergesagt, in den nächsten Jahren soll sich der Video-Abruf online sogar versiebenfachen. Der Trend zeigt also deutlich nach oben. 

Interessant dabei: In Russland und Italien werden weltweit die meisten Videos pro Tag angeschaut, mit 44 bzw. 33 Prozent. Deutschland liegt weit abgeschlagen am Schluß, mit rund 10 Prozent täglicher Videonutzung. Selbst die Vereinigten Arabischen Emirate, mit noch nicht einmal einem Zehntel unserer Einwohnerzahl, liegt mit 15 Prozent weit vor Deutschland. Und vielleicht noch eine kleine Üebrraschung, die in Deutschland meistgesehenen Marken-Videos 2016 sind Lego und Angry Birds. Also Leute, lasst Eure Kinder nicht soviel im Internet spielen... (Alle Zahlen nachzulesen übrigens auf Statista.de)

Für den Amateursektor, fassen nun mal wir zusammen: Ein Riesenmarkt mit - wenn man Deutschland betrachtet - enormem Steigerungspotential. 

Wie siehts aber jetzt mit Bewegtbild bei den Profis aus? Nicht ganz so wild, aber ähnlich: 34 % aller Journalisten nutzen bereits jetzt mindestens 1 x pro Woche Videomaterial von Onlineportalen. Pressemitteilungen generieren online eine um 270% höhere Klickrate, wenn Sie zusammen mit einem passenden Video veröffentlicht werden. Zu der Erkenntniss kommt Presseportal.de, einer dpa-Tochter, nach der Auswertung von 70.000 Mitteilungen für 2015. Knapp 70 Prozent von 7.081 befragten Medienvertreter wünschen sich fertige, redaktionell aufbereitete Bewegtbild-Beiträge zu speziellen Themen statt klassischer Imagefilme und Rohmaterial für die crossmediale Nutzung in TV, Social Media-Kanälen und Online-Medien. Das hat eine Studie der Agentur Alpenglühen 2015 ergeben. 59 Prozent wollen dabei kulinarische Themen angeboten bekommen.