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2016-06-02

Politikfrühstück Dachterrasse Bundestag: Bevormundung des Verbrauchers

Politikfrühstück Dachterrasse Bundestag: Bevormundung des Verbrauchers
Es war ein denkwürdiges Frühstück am Mittwoch, dem 1. Juni, im Käfer auf der Dachterrasse des Deutschen Bundestages. Nicht nur, weil die Aussicht von dort oben über Berlin immer wieder schön ist, sondern auch, weil fast 100 Prozent der angemeldeten Gäste gekommen sind - in Berlin eine Ausnahme. Das Thema war: "So sollst du Essen! Über die Bevormundung des Verbrauchers durch die Politik." Impulsreferate wurden von der PSt. Dr. Maria Flachsbarth (CDU) aus dem BMEL gehalten. Ihr Widerpart war der Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter von den Grünen und Johannes Richardt, Chefredakteur vom Verlag Novo-Argumente aus Frankfurt. Immerhin: Hofreiter und Richardt haben ihre Chance genutzt und heftig diskutiert. Um was gings? Im Grundsatz um die Frage, ob die Politik mit ihrer Nudging-Strategie, mit immer weiteren Verordnungen und Gesetzen, die Freiheit der Verbraucher, frei zu wählen, was sie essen wollen, langsam aber sicher unterminiert. Vor kurzem erst wurde eine neue Bundeszentrale für Ernährung eingerichtet, die den Bundesbürgern erklären soll, wie man richtigt ißt. Wir hatten die Diskussionen um die Ampel, um den Veggie-Day; mittlerweile steht auf jeder Käsefolie drauf, was man als Verbraucher eh weiß: "Nicht zum Verzehr geeignet", und in jedem Fischladen prangt das Schild: Vorsicht, Fisch kann Gräten enthalten". Ja, was denn sonst, ist man da als Normalbürger geneigt zu fragen. Die Diskussionen aber gehen ja weiter: um Werbeverbote, um noch mehr Aufdrucke auf den Packungen, um Lebensmittelkennzeichnungen die nun jeder Speisekarte angeheftet werden. Anton Hofreiter von den Grünen möchte da noch mehr drauf stehen haben. Umfragen ergeben aber: keine liests, keiner verstehts. Und man kauft eh das, was man immer kauft und kennt das Produkt. Johannes Richardt warf der Politik vor, ein Klima der Verunsicherung der Verbraucher zu erzeugen, durch immer neue Diskussion um Nahrungsmittel. Mittlerweile, so Richardt, würde man ja fast schon den Supermarkt als Bedrohung wahrnehmen. Dabei seien die deutschen Lebensmittel sicher wie nie zuvor.