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2017-09-19

2 Fragen an 5 neue Direktkandidaten

2 Fragen an 5 neue Direktkandidaten
Der Wahlkampf für den 19. Deutschen Bundestag geht in die entscheidende, heiße Phase. Während viele Abgeordnete für eine Wiederwahl kandidieren, möchten auch neue Kandidaten es schaffen, für ihre Wahlkreise in den Bundestag einzuziehen. Wir haben fünf neue Direktkandidaten aus Berlin gefragt, wie sie den Bundestagswahlkampf 2017 persönlich erleben und welche Ziele sie für ihren Wahlkreis haben.


1) Wie erleben Sie ganz persönlich den Bundestagswahlkampf 2017?


Urban Aykal (Bündnis 90/ Die Grünen):
Als Basispolitiker erlebe ich den Wahlkampf sehr intensiv: Nahezu täglich Podiumsdiskussionen, Standaktionen und Beantwortung von Anfragen. Ich mache alles neben meiner beruflichen Tätigkeit und das meiste auch alleine. Ich mache aber auch große Erfahrungen, vor allem Positive. Das motiviert mich wiederum und führt dazu, dass ich mich noch aktiver einsetze. Mit mir ist Politik keine Einbahnstraße. Mir macht es Spaß, mit den Menschen gemeinsam was zu bewegen. Bei den Standaktionen z.B. geht es mir nicht nur darum, möglichst viele Flyer zu verteilen. Mir geht es auch darum, diese Zeit dafür zu nutzen, vor allem junge Menschen für die parteipolitische Arbeit zu empowern.

2) Was wollen Sie für Ihren Wahlkreis erreichen, falls Sie in den Bundestag gewählt werden?

Urban Aykal (Bündnis 90/ Die Grünen):
Steglitz-Zehlendorf gilt als ein gutbürgerlicher Bezirk. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Menschen, die in diesem Bezirk leben, keine Sorgen haben. Ich bin in den Kiezen viel unterwegs und führe viele Gespräche. Bemängelt werden vor allem fehlende Kitaplätze, schlecht ausgestattete Schulen, steigende Mieten, mangelhafte Barrierefreiheit, marode Straßen, verkehrsbedingte Lärmbelästigung und Luftverschmutzung. Es ist also viel zu tun. Nicht nur auf Bezirks- und Senatsebene, sondern vor allem auf Bundesebene. Mit Gesetzesreformen können Bundesmittel effizienter eingesetzt und Herausforderungen bewältigt werden. Es geht mir aber nicht nur um Herausforderungen, sondern auch um Chancen. Der Berliner Südwesten hat ein Riesenpotenzial. Ich möchte, dass unser Bezirk seine Chancen besser wahrnimmt.



1) Wie erleben Sie ganz persönlich den Bundestagswahlkampf 2017?

Timur Husein (CDU):
Ich erlebe den Bundestagswahlkampf als eine sehr herausfordernde Zeit in jeglicher Hinsicht. Ich lerne neue Menschen, neue Initiativen und neue Orte kennen. Gleichzeitig muss man auch Wahlkampf betreiben, also auf Veranstaltungen präsent sein und von Tür-zu-Tür für sich und seine Positionen werben. Der Wahlkampf macht Spaß und ich weiß, warum ich das mache: Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben!

2) Was wollen Sie für Ihren Wahlkreis erreichen, falls Sie in den Bundestag gewählt werden?

Timur Husein (CDU):
Für meinen Wahlkreis will ich im Bundestag für mehr Sicherheit und mehr Arbeitsplätze arbeiten. Es kann nicht ein, dass die fünf gefährlichsten Orte in Berlin im Wahlkreis liegen. Deshalb brauchen wir mehr Polizisten und härtere Strafen. Und wenn wir eine nachhaltige, starke Wirtschaft im Bezirk wollen, die jungen Menschen hier bei uns Perspektiven bietet, müssen wir in Unternehmertum und in die StartUps investieren, die Arbeitsplätze schaffen und Innovationen entwicklen.



1) Wie erleben Sie ganz persönlich den Bundestagswahlkampf 2017?

Daniela Kluckert (FDP):
Ich komme im Wahlkampf mit den unterschiedlichsten Leuten zusammen: jung, alt, aus den verschiedensten Berufsgruppen und auch politischer Orientierung. Eines haben sie aber gemeinsam: Die große Sorge, dass bei Themen wie Wohnen, Bildung und Digitalisierung zu wenig getan wird. Da habe ich tolle Gespräche über Konzepte und Ideen. Die Menschen wollen hier Veränderungen. Das bestätigt mich in meiner Überzeugung, auf dem richtigen Weg zu sein: Die Digitalisierung durchdringt unser Leben, unser Miteinander und verändert unser Wirtschaften. Nicht jeder Hype besteht und doch wollen wir offen für neue Geschäftsmodelle oder neuen Formen des Lernens und Arbeitens sein. Angst und Überregulierung blockieren Chancen. Ich will Chancen ermöglichen. Das fängt in Berlin und in Deutschland schon damit an, flächendeckenden Zugang zu schnellem Internet zu verwirklichen und die Verwaltung ins 21. Jahrhundert zu bringen.

 
2) Was wollen Sie für Ihren Wahlkreis erreichen, falls Sie in den Bundestag gewählt werden?

Daniela Kluckert (FDP):
Mein Wahlkreis ist Pankow. Hier verbinden sich urbane Zentren mit ländlichen Gebieten. Pankow braucht bessere Verkehrswege: Ausbau der A 100 über Treptow hinaus, Autobahnanschluss für den Ortsteil Buch, Bau einer U-Bahn für Weißensee und Hohenschönhausen, ein intelligenter Ausbau des Fahrradwegenetzes und die schnelle Internetanbindung aller Ortsteile. Die Herausforderungen in Pankow sind typisch für Deutschland. Ich will, dass die Lösungen beispielgebend sind.

 

1) Wie erleben Sie ganz persönlich den Bundestagswahlkampf 2017?

Stephan Rauhut (Die Linke):
Ich selbst bin erst seit kurzem Mitglied bei DIE LINKE und habe auch überlegt, ob ich eintreten möchte, aber unser Programm ist auch objektiv betrachtet das einzige, das an allen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge eine Abkehr von der Profitlogik fordert. Und die Reaktion bei uns auf der Straße in der Regel: „Eure Ideen sind eigentlich total gut, aber ihr kommt ja nicht in die Regierung.“ Daraufhin rufe ich immer auf, uns zu wählen, denn dann wird dieses Programm wenigstens in einer starken Opposition vertreten, bestenfalls auch darüber hinaus. Ansonsten erlebe ich bei uns im Wahlkreis einen sehr dynamischen Wahlkampf, bei dem sehr viele junge Leute auch bei den anderen Parteien mitmachen. Von jugendlicher Politikverdrossenheit jedenfalls keine Spur!

2) Was wollen Sie für Ihren Wahlkreis erreichen, falls Sie in den Bundestag gewählt werden?

Stephan Rauhut (Die Linke):
Ich möchte als allererstes alles dafür tun, um immer und überall ansprechbar zu sein für alle politischen und sonstigen Probleme, bei denen wir als Parteistruktur, als engagierte Ehrenamtliche oder auch mit unseren Berliner Regierungsmitarbeitern helfen können. Die oberste Devise von mir und meinem Team lautet: Zuhören. Wenn wir von Problemen erfahren, unterstützen wir mit Beratung, juristischem Beistand, Öffentlichkeitsarbeit, auch mal Protesten und natürlich parlamentarischen Mitteln.
Und zweitens geht es mir vor allem darum, eine soziale und vielfältige Stadtpolitik zu fördern. Das wichtigste Thema in meinem Wahlkreis ist Wohnen. Überall steigen die Mieten. In Altmitte entstehen Ferienwohnungen, im Wedding und in Moabit finden junge Leute keine Wohnung und mit der Schließung von Tegel – die ich unbedingt befürworte – steigt auch im Norden die Gefahr von Mietsteigerungen. Dagegen gibt es Instrumente wie das Vorkaufsrecht, eine wirkliche Mietpreisbremse, ein wirklicher Sozialer Wohnungsbau und neue Wohngemeinnützigkeit. Dafür werde ich kämpfen.



1) Wie erleben Sie ganz persönlich den Bundestagswahlkampf 2017?

Dmitri Geidel (SPD):

Jeden Tag im Wahlkreis unterwegs zu sein, ist gewiss eine Herausforderung. Ich wohne seit über 20 Jahren im Bezirk, aber durch meine Arbeit lerne ich Marzahn-Hellersdorf durch einen ganz anderen Blickwinkel kennen. Das macht Spaß und ist wirklich interessant. Die vielen Leute die ich treffe, helfen mir dabei zu verstehen, wo es drückt und was verbessert werden muss. Eine Studie könnte mir niemals so viel Einblick in das Leben der Menschen geben. Daher ist das auf jeden Fall die Mühe wert.

2) Was wollen Sie für Ihren Wahlkreis erreichen, falls Sie in den Bundestag gewählt werden?

Dmitri Geidel (SPD):

Kinder sollen nicht lange fahren müssen um zur Schule zu kommen. Theoretisch haben wir genug Schulplätze im Bezirk, aber sie sind nicht so verteilt, dass alle gleich gut an sie herankommen. Mit einem umfassenden Bildungsprogramm können wir dem entgegenwirken. Ohne die von Martin Schulz geforderte Aufhebung der Bund-Länder Sperre fehlen uns dazu die Möglichkeiten. Dafür will ich zuerst im Bundestag sorgen.