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2015-04-23

Drei Fragen an Braumeisterin Stephanie Meyer

Zum Tag des Bieres haben wir drei Fragen an eine Expertin gestellt

Drei Fragen an Braumeisterin Stephanie Meyer
Braumeisterin Stephanie Meyer
Das Bayerische Reinheitsgebot feiert im kommenden Jahr seinen 500. Geburtstag. Sie sind Braumeisterin und in der Produktentwicklung des Familienunternehmens Postbrauerei Allgäu und der Brau Manufactur Allgäu. Wo wird denn heute das beste Bier gebraut?

Das lässt sich so einfach nicht sagen. Bier ist nicht gleich Bier. Es gibt ja nicht nur Helles, Pils und Alt. Auch im industriellen Maßstab erzeugtes Bier ist technisch völlig in Ordnung.

Mein Herz schlägt aber für das handwerklich hergestellte Bier, das sogenannte Craft Beer. Da kennt der Brauer die Zutaten viel genauer. Wir wählen den Hopfen passend aus, wir können Bitternoten in das Bier einarbeiten, können Neues testen und haben am  Ende eine sehr hohe Qualität. Die Großen machen Alltag, wir machen die extremen Sorten. Das macht uns mehr Spaß und auch den Biergenießern.

Bier steht für Tradition. Dirndl, Biergarten, Natur. Ist das auch ein Bild, was Sie vom Bier haben?

Ich bin Brew-Punk und will auch mal etwas testen. Bier gibt es seit 8000 Jahren. 7000 Jahre lang wurde experimentiert. Das Bier, was wir heute kennen und was wir traditionell nennen, ist dabei eher jung.

Modern wirken auf mich heute die Traditionen der Vorväter. Ich würde beispielsweise gern Sauerbiere machen. Oder mit Kräutern arbeiten, wie der Schafsgarbe. Es gibt enorm viele Möglichkeiten. Allerdings wird gerade zum Geburtstag des Reinheitsgebot und gerade in Bayern besonders genau hingeschaut. Neue Ideen, auch wenn sie schon sehr alt sind, haben es da eher schwer.

Essen und Trinken sind in Deutschland mittlerweile Glaubensfragen. Bier steht, im Gegensatz zum Wein, nicht im Verdacht, besonders gesund zu sein. Ist Bier ein Getränk von gestern?

Die Brauer haben da viel verpennt. Natürlich ist Bier gesund. Aber die Tradition macht eine neue Positionierung nicht einfach. Ich würde mir von den Verbänden deshalb wünschen, dass sie die Biere nach dem Reinheitsgebot genau so fördern, wie Biere, die experimenteller sind. Es kann doch nicht sein, dass die einzige Innovation aus der Bierbranche Alko-Pops sind.

 

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